beyond belonging III
ALMANCI – DEUTSCHLÄNDER!
Theater- und Filmfestival
12.–20. Juni 2009

PRESSE

 

Künstlerinnen und Künstler – Kurzbiografien
 

Sinan Akkuş wurde 1970 in Erzincan, Türkei, geboren. Er lebt und arbeitet als Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler in Köln. Während seines Studiums der Visuellen Kommunikation mit dem Schwerpunkt Film und Fernsehen an der Kunsthochschule Kassel ging er 1995 als Austauschstudent nach Kuba an die Escuela Internacional de Cine y Televisión. Seine Kurzfilme erhielten mehrfach Auszeichnungen, u.a. den Friedrich-Murnau-Kurzfilmpreis für seinen Film Sevda heißt Liebe (2000), sowie den Publikumspreis in Lünen für seinen Film Lassie (2002). 2008 stellte er seinen ersten langen Kinofilm Evet, ich will! fertig, der im Oktober 2009 in die Kino kommt.

Bülent Akıncı wurde 1967 in Ankara, Türkei, geboren. Nach seinem Studium der Philosophie, Kunstgeschichte und Theater- und Filmwissenschaft an der FU Berlin schloss sich ab 1996 ein Studium an der DFFB Berlin an. Akıncı drehte zunächst zahlreiche Kurzfilme, die mehrfach ausgezeichnet wurden. Sein Film Eine kleine Geschichte (2001) wurde mit dem Kurzfilmpreis der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung ausgezeichnet. Der Lebensversicherer (2006), sein erster abendfüllender Spielfilm, lief bei den 56. Internationalen Filmfestspielen in Berlin und erhielt mehrere Preise auf dem 28. Internationalen Filmfestival Moskau.

Züli Aladağ wurde 1968 in Van/Türkei geboren. Seine ersten Erfahrungen mit dem Medium Film sammelte er während eines sechsmonatiges Praktikum bei Roland Emmerichs Moon 44; daran schloss sich die Mitarbeit bei Kurz-, Werbe-, Spiel- und Dokumentarfilmen an. 1993 bis 1996 arbeitete er als Dokumentarfilmproduzent für Erasmus Film in München. Von 1996 bis 1999 folgte ein Regiestudium an der Kunsthochschule für Medien in Köln. In dieser Zeit drehte er den dokumentarischen Kurzfilm Zoran, für den er 1997 unter anderem die Silberne Taube auf dem Dokumentarfilmfestival in Leipzig erhielt. Weitere preisgekrönte Kurzspielfilme entstanden: Bevor der Tag anbricht, Hör Dein Leben und Ausbruch. Nach dem Studium gründete Aladağ die Initiative »junges europäisches kino« (jek) und produzierte hierfür eine Edition von fünf Kurzspielfilmen. 2002 feierte er mit dem Boxerdrama Elefantenherz mit Daniel Brühl in der Hauptrolle sein mit mehreren Preisen ausgezeichnetes Kinodebüt. Für den WDR drehte er daraufhin die zwei Tatort-Folgen Mutterliebe und Erfroren. Nachdem er für RBB/ARTE den Dokumentarfilm Die Türken kommen über den EU-Beitritt der Türkei realisierte, übernahm er die Regie für den WDR-Fernsehfilm Wut, der bisher mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurde, darunter dem Adolf-Grimme-Preis, der Goldenen Kamera und dem Golden Gate Award. Gemeinsam mit seiner Frau Feo Aladağ gründete er 2006 die Produktionsfirma Independent Artists, deren erste Produktion Feo Aladağs Kinodebüt Die Fremde ist.

Buket Alakuş wurde 1971 in Istanbul geboren. Nach ihrem Studium zur Kommunikationswirtin in Berlin absolvierte sie ein Aufbaustudium Film bei Hark Bohm in Hamburg. Seit 1995 ist sie als Regisseurin und Autorin tätig. Ihr Langfilmdebüt gibt Alakuş im Jahr 2001 mit Anam über eine türkische Putzfrau, die sich mit Unterstützung von Kolleginnen auf der Suche nach ihrem drogensüchtigen Sohn macht. Der tragikomische Film erhielt zahlreiche Preise (u.a. Publikumspreise des Filmfests Braunschweig und des Filmfests Oldenburg). Ihr nächster Langfilm Eine andere Liga (2005) handelt von der Rückkehr einer krebskranken Fußballspielerin zu Liebe und Leben. Auch dieser Film wird von der Kritik hoch gelobt und unter anderem mit dem Grimme-Preis sowie dem Publikumspreis des Max Ophüls Festivals ausgezeichnet. 2008 realisiert Buket Alakuş mit Finnischer Tango ihren dritten Kinofilm.

Thomas Arslan wurde 1962 in Braunschweig geboren. Er studierte von 1986 bis 1992 Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Seit 1992 ist er freiberuflicher Drehbuchautor und Filmemacher. Für das Kleine Fernsehspiel des ZDF entstanden Mach die Musik leiser (1994) sowie die Trilogie Geschwister – Kardesler (1996), Dealer (1999) und Der schöne Tag (2001) über das Leben von Jugendlichen und jungen Erwachsenen türkischer Herkunft in Deutschland. Zuletzt entstanden der Dokumentarfilm Aus der Ferne (2005/2006) und der Spielfilm Ferien (2006/2007). Thomas Arslan erhielt mehrere Auszeichnungen für seine Arbeit: Den Max-Ophüls-Preis (1997), den Preis der Internationalen Filmkritik der Berlinale 1999 (FIPRESCI-Preis, 1999) sowie den Preis der Ökumenischen Jury 1999. 2004 gehörte er selbst zur Jury des „Internationalen Forums des Jungen Films“ der Berlinale.

Aysun Bademsoy wurde 1960  in Mersin /Türkei geboren und lebt seit 1969 in Berlin. 1978 bis 1989 studiert sie Theaterwissenschaft und Publizistik an der FU Berlin. Bereits während des Studiums übernahm sie kleinere Rollen in Spielfilmen. Sie dreht seit 1989 Dokumentarfilme. Ihr erster eigenständiger Film Mädchen am Ball (1995) porträtierte eine Frauenfußballmannschaft in der Türkei, deren Werdegang sie auch zwei Jahre später in Nach dem Spiel (1997) verfolgte. Nach dem Spiel, Deutsche Polizisten: Viele Kulturen - Eine Truppe (1999) und Am Rand der Städte (2006) waren jeweils im Forum des Jungen Films im Rahmen der Berlinale zu sehen. 2008 nahm sich Bademsoy im Dokumentarfilm Ich gehe jetzt rein erneut deutsch-türkischen Frauen an, die sie zuvor in Mädchen am Ball und Nach dem Spiel porträtiert hatte.

Mıraz Bezar wurde 1971 geboren. Er studierte Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie (DFFB). Vor seinem Studium war er als Schauspieler beim Jungen Theater Bremen tätig. Mit der Produktionsfirma Keyframe, deren Mitbegründer er war, drehte er mehrere Imagefilme und Musikvideos. Seine Kurzfilme Berivan, Fern und Freiwild nahmen an zahlreichen internationalen Filmfestivals, u.a. in Montreal, Oberhausen, Ludwigsburg, Hamburg, Valadolid, Florence und Berlin, teil. Fern wurde 1998 auf dem Filmfestival Türkei/Deutschland und beim Kurzfilmfestival in Istanbul als bester Kurzfilm ausgezeichnet. Mıraz Bezar arbeitet heute als Filmregisseur und Produzent in Berlin und hat gerade seinen ersten langen Spielfilm Mindit fertig gestellt.

Neco Çelik wurde 1972 in Berlin-Kreuzberg geboren. Seit 1993 arbeitet er als Medienpädagoge im Kreuzberger Jugendkulturzentrum Naunynritze, wo er bis heute für den Bereich Kommunikation und Filmprojekte zuständig ist. Gleichzeitig entstanden ab 1997 erste fiktive Dokumentationen wie 36 m² Stoff, sowie die Spielfilme Alltag (2002) und diverse Kurzfilme. Für seinen Spielfilm Urban Guerillas (2003) erhielt er 2004 den Publikumspreis beim Festival Türkei/Deutschland bei der Nürnberg und Würzburger Filmwoche. 2006 drehte Çelik die TV-Dokumentation Kreuzberger Nächte – Junge Türken in Berlin, der in der Reihe 37 Grad im ZDF ausgestrahlt wurde. 2007 folgte die 3Sat TV-Dokumentation Ganz oben. Türkisch – Deutsch – Erfolgreich. Mit der Filmkomödie Kısık Ateşte 15 Dakika (2006) inszenierte Çelik seinen ersten Spielfilm in Istanbul. Aufsehen erregte auch Çeliks Theaterinszenierung Schwarze Jungfrauen (2006), geschrieben von Feridun Zaimoğlu und Günter Senkel, die es auf das Titelbild von Theater Heute schaffte und unter die besten Stücke im Jahr 2007 gewählt wurde. Es folgten 2007 Romeo & Julia (Beyond Belonging) sowie Ausgegrenzt von Xavier Durringer an den Münchner Kammerspielen. Zu seinen Regiearbeiten am Ballhaus Naunynstraße zählen Gazino Arabesk (2008) und Nathan Messias (2009). 2008 erhielt er ein Stipendium der Akademie der Künste, Berlin, in der Sektion Darstellende Kunst.

Savaş Ceviz wurde 1965 geboren. Er ist Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent. Für seinen im Jahr 2002 entstandenen Kurzspielfilm Alemanya, der auf zahlreichen Filmfestivals gezeigt wurde, erhielt er 2003 den renommierten Friedrich-Wilhelm-Murnau-Kurzfilmpreis und 2004 den Publikumspreis des 27. Kurzfilmwettbewerbs Young Collection in Bremen. Der knapp fünfzehnminütige Kurzspielfilm, an dem inzwischen prominente Schauspieler wie Mehmet Yılmaz und Adnan Maral mitwirkten, entstand unter Ceviz' Regie und Produktionsleitung nach eigenem Drehbuch. 2006 kam Alemanya in einer abendfüllenden Filmkompilation mit dem Titel Schöne Aussichten zusammen mit 6 weiteren Kurzfilmen ins Kino. 2006 verfilmte Ceviz GG 19 – Artikel 2 im Rahmen der großangelegten Verfilmung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, die 2007 in die deutschen Kinos kam.

Hülya Duyar wurde 1970 in Sivas/Türkei geboren. 1978 kam sie nach Deutschland. Nach ihrer Ausbildung zur Friseurin (1986-89) arbeitete sie als Maskenbildnerin. Ein Auftrag für die Maske am Theater verschafft ihr 1990 ihre erste Rolle als Schauspielerin; seitdem spielt sie bundesweit (auch in Frankreich und der Schweiz) in über 40 Inszenierungen, darunter Musicals, Kinderstücke, Commedia dell'arte, Klassiker und Kabarett. Ab 2000 Film und Fernsehen: Finimondo (2000), Alltag (2003), Der Job seines Lebens 2 (2004), Süperseks (2004), Zeit der Wünsche (2005), Im Schwitzkasten (2005), Evet, ich will! (2008). Als Casterin ist sie auch für Film- und Fernsehen tätig. Zur Zeit ist sie auch in der Serie Bir bulut olsam im türkischen Fernsehen zu sehen.

Nurkan Er wurde 1974 in Ankara, Türkei, geboren. Er studierte Schauspiel an der Dokuz Eylül Universität in Izmir. 1998 kam er nach Berlin, um an der Universität der Künste Theaterpädagogik und Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch zu studieren. Seit 1996 ist er als Schauspieler tätig und spielte in mehreren Theaterstücken und Kurzfilmen. Zu seinen Regiearbeiten während des Studiums zählen u.a. Deplazierte Familie (Bearbeitung von Pierre Bourdieu) am Maxim-Gorki-Theater sowie K(l)eine Morgenstern-Szene an der Komischen Oper Berlin. Für das Festival Beyond Belonging inszenierte Nurkan Erpulat 2007 das Stück Faked am Hebbel am Ufer. Im Jahr 2008 folgte das Stück Jenseits – Bist du schwul oder bist du Türke? Seine Inszenierung Heimat im Kopf (Junges Schauspiel Hannover/2008) wurde zum 29. Theatertreffen der Jugend nach Berlin eingeladen. Zuletzt inszenierte er im Rahmen des site-specific Projekts X-Wohnungen in Istanbul und Berlin. Er ist Mitglied im Beirat zur Förderung der interkulturellen Projektarbeit der Berliner Senatskanzlei. Seit 2000 ist er zudem als Redakteur bei RBB Radio Multikulti sowie seit 2007 als Lehrbeauftragter an der UdK Berlin tätig. Für das Theaterfestival Dogland am Ballhaus Naunynstraße inszeniert er Schattenstimmen von Günther Senkel und Feridun Zaimoğlu.

Sülbiye Verena Günar wurde 1973 in Stuttgart geboren. Während ihres Regie- und Drehbuchstudiums von 1995 bis 2000 an der DFFB in Berlin entstanden mehrere Kurzfilme. Danach arbeitete Günar als Regieassistentin für diverse deutsche Produktionsfirmen, daneben als Drehbuchautorin und Casterin. Zu den Spielfilmen, die Günar bislang sowohl schrieb als auch inszenierte, gehören Karamuk (2002) und Saniye's Lust (2004) mit İdil Üner in der Hauprolle. Letzterer lief innerhalb der Reihe Das kleine Fernsehspiel des ZDF. Für Karamuk, ihren ersten Spielfilm, erhielt Günar 2004 den deutschen CIVIS-Fernsehpreis in der Kategorie Unterhaltung.

Harun Hazar lebt und arbeitet als freischaffender Regisseur und Cutter für Spielfilm, Dokumentarfilm und Musikvideos in Hamburg/Berlin. Als Dozent für Filmgestaltung am SAE Institute in Hamburg leitet er Filmworkshops mit Schülern. Nach seiner Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton in Hamburg studierte er an der Kunsthochschule für Medien in Köln, das er 2007 mit dem Film Noir preSent abschloss. Er ist Gründer des Clubs für FilmKunst „Das Kollektiv“. Aktuell entstehen der Dokumentarfilm Beweg dich mein Ochse und er bereitet verschiedene Stoffe für Kino und Werbung vor. Der Kurzfilm Gift ist der Prolog von Noir preSent und entstand vor seinem Studium.

Döndü Kılıc wurde 1976 in Malatya, Türkei, geboren. Erste Erfahrungen als Regieassistentin sammelte sie von 1993 bis 1996 im Euro-Theater-Central-Bonn. An ihr Studium der Philosophie und Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin schloss sich ein Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) an. Zu ihren Kurzfilmen gehören Namus (2005), A Fathers Prayer (2006), Love Hurts (2007) und der Dokumentarfilm Das andere Istanbul (2008), der seine Uraufführung im Panorama der Berliner Filmfestspiele 2008 feierte.

Tunçay Kulaoğlu lebt und arbeitet als Dramaturg, Drehbuchautor, Kurator und Übersetzer in Berlin. 1992 rief er in Nürnberg das Filmfestival Türkei/Deutschland mit ins Leben, für das er bis 2006 als Kurator arbeitete. 1996 drehte er seinen ersten Kurzfilm Der Abschübling, 2006 folgte Rasur (Co-Regie) und 2008 Die sechs Tage von Adem und Eva (Co-Regie). Im Jahr 2003 gründete er zusammen mit Shermin Langhoff und Martina Priessner das transkulturelle Netzwerk Kultursprünge. 2004 Konzept und Organisation des Filmfestes und Symposiums Europe in Motion: Moving Images, Shifting Perspectives in Transcultural Cinema. Im Rahmen von beyond belonging – Migration² (2006) und beyond belonging – Autoput Avrupa (2007) am Hebbel am Ufer co-kuratierte er die Filmreihe Gegenbilder. Seit 2006 arbeitet er als Dramaturg an der Seite von Neco Çelik, u.a. bei den Theater-Inszenierungen Schwarze Jungfrauen (UA beyond belonging 2006) und Romeo & Julia (beyond belonging 2007) sowie Ausgegrenzt (UA 2007 Münchner Kammerspiele). 2008 Co-Autor und Dramaturg von Jenseits - Bist du schwul oder Bist du Türke? (Nominierung in Theater heute als Nachwuchsautor) Seit Mai 2008 arbeitet er als Kurator und Dramaturg am Ballhaus Naunynstraße, u.a. für die Projekte Kahvehane – Theaterparcours durch anatolische Kaffeehäuser in Berlin-Kreuzberg und –Neukölln, Gazino Arabesk und Nathan Messias.

Hussi Kutlucan wurde 1962 in Kernah, Türkei, geboren. Nach seinem Umzug nach Berlin 1971 spielte er in der Punk-Band Soilent Green (den späteren "Ärzten") und nahm privaten Schauspielunterricht. Sein Schauspieldebut hatte er 1986 am Theater Raster in Berlin mit dem Stück Ein nukleares Trauerspiel. 1991 war Kutlucan in dem Spielfilm Sommer in Mezra, einer Tragikomödie, erstmals Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur in Personalunion. Für seine Komödie Ich Chef, du Turnschuh (1998) um den armenischen Flüchtling Dudie erhielt er den Adolf-Grimme-Preis. Auch seine dritte Regie Drei gegen Troja (2005) handelt vom Leben als Fremder in Deutschland.

Lukas Langhoff wurde 1964 in Berlin geboren. Ab 1993 assistierte er als Regieassistent Frank Castorf, Johann Kresnik und Christoph Schlingensief an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Von 1995 bis 1998 war er künstlerischer Leiter vom Prater, der Nebenspielstätte der Volksbühne. Eigene Regiearbeiten seit 1996, u.a. am Schauspiel Leipzig (Uraufführung der Romanadaption Simple Storys von Ingo Schulze), am Jungen Theater Göttingen (Uraufführung von René Polleschs Bambi Sickafossee), am Bremer Theater (Sucking Dublin von Enda Walsh und Emilia Galotti von Gotthold Ephraim Lessing). 2005 inszenierte er Die Sorgen und die Macht von Peter Hacks in der Reihe Glaube II am Studio des Maxim Gorki Theaters Berlin. Zu seinen Inszenierungen am schauspiel magdeburg zählen u.a. Girlsnightout (2001/2002) von Gesine Danckwart, AmoK (2002/2003) von Marc Becker, Die Jungfrau von Orleans (2004/2005) von Friedrich Schiller, 4.48 Psychose (2005/2006) von Sarah Kane, Raststätte oder Sie machens alle von Elfriede Jelinek und Voll auf Quote (Impro-Soap). 2006 entstand am schauspiel magdeburg das Rechercheprojekt Kinder zur Sonne, 2007 entstand das Rechercheprojekt Klassentreffen – Die 2. Generation am Hebbel am Ufer im Rahmen des Festivals Beyond Belonging. 2008 entstand am Ballhaus Naunynstraße das Folgestück Ferienlager – Die 3. Generation.

Kadir Memiş ›Amigo‹ wurde 1974 in Bilecik/Türkei geboren. Amigo kam im Alter von zehn Jahren nach Berlin. Inspiriert durch die aufkommende Hip-Hop-Kultur der Achtziger brachte er sich als Autodidakt das Tanzen auf der Straße selbst bei. 1993 gründete er mit seinem Freund Vartan Bassil die B-Boy Crew Flying Steps. 1994 und 2000 gewannen die Flying Steps den Weltmeistertitel im größten internationalen Breakdance-Battle, dem B.O.T.Y. (Battle of the Year) in Deutschland. Es folgten zahlreiche Titel aus renommierten nationalen und internationalen Battles. Amigo ist Mitbegründer von Dance-Unity, einer Kommunikations-Plattform, die Tänzern weltweit ein Austauschforum bietet. So wurde auch Funkin Stylez ins Leben gerufen, das inzwischen neben dem B.O.T.Y. das größte internationale Hip-Hop-Battle in Deutschland ist. In Gruppenarbeiten wie 2nd ID am tanzhaus NRW & mousonturm und in Zusammenarbeit mit der Choreografin Constanza Macras bei Hell on Earth am Hebbel am Ufer choreografierte er seine ersten kleineren Soli. Für das Theaterfestival Dogland (2008) am Ballhaus Naunynstraße choreografierte er das Tanzstück ZEY´BrEAK.

Hakan Savaş Mican wurde 1978 in Berlin geboren. 1997 Umzug nach Berlin. Nach seinem Studium der Architektur, das er 2004 an der TU Berlin abschloss, folgte ein Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Fremd (2007) und Adems Sohn (2008) sind seine ersten beiden Kurzfilme. Seit April 2008 ist er Stipendiat der Heinrich Böll-Stiftung. Im Rahmen des Festivals DOGLAND am Ballhaus Naunynstraße inszenierte Mican erstmals am Theater das Stück Der Besuch (2008), das er auch schrieb.

Lale Nalpantoğlu wurde 1976 in Leverkusen geboren. Von 1996 bis 2001 studierte sie an der Kunsthochschule für Medien Köln in der Fächergruppe Mediengestaltung. Entinen Mies ist ihr Abschlussfilm an der KHM. Seit 2001 ist sie freiberufliche Regisseurin und Producerin. 2005 wurde sie mit dem Filmstipendium der Region Hannover ausgezeichnet. Zu ihren letzten Kurzfilmen zählen unter anderem Sugar Bıyık (2004), Girl (2007) und Rosa Sommer (2008).

Ayşe Polat wurde 1970 in Malatya/Türkei geboren. Schon als 15-Jährige drehte sie Filme auf Video und Super-8. 1991 erhielt sie den Förderpreis beim Bundeswettbewerb Jugend und Video für Entfremdet. 1992 entstand der Kurzfilm Fremdennacht über den Selbstmord des Asylbewerbers Kemal Altun und 1994 der mehrfach ausgezeichnete Kurzfilm Ein Fest für Beyhan. Auch Gräfin Sophia Hatun (1997) lief auf zahlreichen internationalen Festivals und erhielt beim Internationalen Filmfestival 1997 in Ankara den Spezialpreis der Jury. TV-Spielfilm Auslandstournee (1999) über die Odyssee eines türkischen Travestiekünstlers und eines kleinen Mädchens, Kinodebüt 2004 mit En Garde (2004; Silberner Leopard Locarno) über die Freundschaft zweier Mädchen in einem Erziehungsheim. 2006 hatte im Berliner Theater Hebbel am Ufer ihre erste Theaterarbeit Otobüs im Rahmen von beyond belonging Premiere. Aktuell dreht sie ihren dritten Spielfilm Luks Glück in der Türkei.

Martina Priessner lebt und arbeitet als Kuratorin und Filmemacherin in Berlin. Nach ihrem Studium der Kultur- und Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität Berlin war sie zunächst als freie Journalistin v.a. für den Hörfunk tätig. Von 1998 bis 2006 Mitarbeit beim Filmfestival Türkei/Deutschland, Nürnberg. 2003 gründete sie zusammen mit Shermin Langhoff und Tunçay Kulaoğlu das transkulturelle Netzwerk Kultursprünge in Berlin, das 2004 das Filmfest & Symposium Europe in Motion: Moving Images, Shifting Perspectives in Transcultural Cinema veranstaltete. 2006 entstand der Kurzfilm Rasur (Co-Regie) und 2008 Die sechs Tage von Adem und Eva (Co-Regie). Im Rahmen von beyond belonging – Migration² (2006) und beyond belonging - Autoput Avrupa (2007) am Hebbel am Ufer co-kuratierte sie die Filmreihe Gegenbilder. Für das arsenal kino in Berlin kuratierte sie 2008 die Filmreihe Kino aus der Türkei von den 60er Jahren bis heute. Seit 2008 ist sie als Dramaturgin und Kuratorin am Ballhaus Naunynstraße tätig, u.a. für das Projekt Kahvehane – Theaterparcours durch anatolische Kaffeehäuser in Berlin-Kreuzberg und -Neukölln. Aktuell arbeitet sie an einem Dokumentarfilm Wir sitzen im Süden (Kleines Fernsehspiel/ZDF), der vier Frauen und Männer türkischer Herkunft begleitet, die in Call Centern deutscher Unternehmen in Istanbul arbeiten.

Branka Prlić wurde 1977 in Berlin geboren. Sie studierte Film- und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin und arbeitet als freie Cutterin und Filmemacherin (u.a. Schnitt für Ich begehre von Mario Mentrup und Volker Sattel und Selda von Tamer Yiğit). Als Filmemacherin realisierte sie u.a. Visuals für die Theaterproduktionen Wunschliste eines Idioten (2002) und Meine Melodie von Tamer Yiğit am Hebbel am Ufer, Berlin. 2008 realisierte sie ein Projekt im Rahmen von X-Wohnungen in Istanbul Tarlabaşı und 2008 entstand zusammen mit Tamer Yiğit Ein Warngedicht ebenfalls am Hebbel am Ufer.

Ayhan Salar wurde 1967 in Izmir, Türkei, geboren. Nach dem Studium der Kulturwissenschaften und Philosophie an der Universität Bremen und einem Studium in der Filmklasse der HdK Bremen arbeitete Salar als Produktionsassistent beim Bremer Institut Film/Fernsehen. Seit 1994 ist er als freier Kameramann für Radio Bremen, NDR und ZDF tätig. Daneben ist er Autor und Regisseur von diversen Kurzspielfilmen und Dokumentarfilmen, in denen er u.a. auch Migration thematisiert. Seine Filme In fremder Erde und Totentraum (1995) erhielten auf dem 11. Hamburger Kurzfilmfestival den Förderpreis der Firma Film & Video Print Berlin/Hamburg. Neuere Produktionen des Filmemachers sind die Dokumentation Abgedreht (2002) und Frizör (2003).

İdil Üner begann ihre Schauspielkarriere Anfang der Neunziger Jahre im türkischsprachigen Theater Tiyatrom in Berlin. Nach Abschluss ihres Studiums an der Hochschule der Künste in Berlin 1996 spielte sie in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen, u.a. in den Filmen von Fatih Akın und Thomas Arslan. Sie arbeitete mit namhaften Filmemachern wie Rolf Schübel, Roland Suso Richter und Sandra Nettelbeck zusammen. Mit ihrer ersten Regiearbeit Die Liebenden vom Hotel von Osman gewann sie 2001 den Bundeskurzfilmpreis sowie den Preis für den besten Kurzfilm auf dem Internationalen Kurzfilmfestival Istanbul. Für ihre Rolle in Ümit Ünals Kinofilm Anlat Istanbul wurde sie 2006 auf dem Filmfestival Ankara als Beste Schauspielerin ausgezeichnet. Sie spielte auch an zahlreichen Bühnen, u.a. in einer Dramatisierung von Feridun Zaimoğlu Koppstoff am Maxim Gorki Theater Berlin. Ihre erste Theaterarbeit als Regisseurin realisierte Üner 2003 mit Hysteria von Terry Johnson am Tiyatrom in Berlin.

Yüksel Yavuz wurde 1964 in Karakoçan, Türkei, geboren. Er studierte Soziologie und Volkswirtschaft in Hamburg. Die mehrfach ausgezeichnete autobiografische Dokumentation Mein Vater, der Gastarbeiter entstand 1994. Sein Spielfilm Aprilkinder (1998) erhielt 1999 den Special Award beim Fernsehfilm-Festival Baden-Baden und den Publikumspreis beim Filmfestival Max Ophüls. 2003 folgte der Spielfilm Kleine Freiheit. Zuletzt entstand der Dokumentarfilm Close up – Kurdistan (2007), eine Nahaufnahme seiner kurdischen Heimat.

Tamer Yiğit wurde 1974 geboren. Er lebt und arbeitet als Darsteller, Musiker Regisseur und Autor in Berlin. Als Musiker arbeitete er u.a. mit Islamic Force, Killa Hakan und Ceylan zusammen. Als Schauspieler war er u.a. in den Filmen von Thomas Arslan Geschwister, Dealer und Der schöne Tag zu sehen, in 66/67 von Carsten Ludwig sowie in Die Fremde von Feo Aladağ. 2005 entstand mit Selda sein Debütfilm als Regisseur mit Christoph Bach in der Hauptrolle. Als Theaterdarsteller spielte er u.a. in Hausarrest (2002) von Tim Staffel im Prater/Volksbühne, Die Jungfrau... von Schiller (Regie: Lukas Langhoff) an den Kammerspielen Magdeburg als auch in dem Theaterstück sweet home (2004) von Emre Koyuncuoglu am Hebbel am Ufer. Als Autor und Regisseur zeichnet er u.a. für die Theaterstücke am Hebbel am Ufer Wunschliste eines Idioten (2005), Meine Melodie (2006) und Ein Warngedicht (2008) zusammen mit Branka Prlić verantwortlich.

 

 

Pressekontakt

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Tel +49(0)30/34 74 598-44

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Tel + 90 212 249 20 09 / 39

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